Geschichte & Entwicklung

Der Ortsname unserer Gemeinde, die Übersetzung des magyarischen Wortes „komjat“, lässt auf das ehemalige Vorhandensein eines Herrschaftshauses in Kemeten schliessen – komjat bedeutet so viel wie „mit einem Rauchfang versehenes, vornehmes Haus“ oder „Herrenwohnung“ (Ofn, kaminata, kemenate). Westlich des heutigen Dorfes soll sich eine Burg auf einem bewaldeten Bergrücken befunden haben, nach dem der Burggrabenbach und der Burgstallberg ihren Namen erhielten.

Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde finden wir im Jahre 1475 unter dem Namen Komyath, 1610 finden wir die Bezeichnung Komjaty, 1635 Komjáthi, 1698 Komjati, 1773 Komjáth, 1786 Komiat, Kometen und 1808 Komethen. Im 15. Jhdt. war die Siedlung mit der Herrschaft von Buchenschachen verbunden. 1484 kam sie in den Besitz der Familie Kaldy und ab 1574 in den Besitz der Batthyány. Ab 1750 stand es unter Herrschaft der Baumkircher von Schlaining. Im 18. Jhdt. zählte Kemeten zu den sog. Kontraktdörfern, was besagt, dass die Gemeinde ihre Leistungen aufgrund von mit der Herrschaft geschlossenen Verträgen erbringen musste. Der Herrschaft stand die Einhebung des Weinbergrechtes, des Wein-, Bienen- und Gänsezehents sowie des Kapaunergeldes für die Kreitwiesen zu. Robot wurde in Form der Bearbeitung des Weingartens im Rechnitzer Weinberg, auf den Hoffelder der Dornauer Meierei und auf den herrschaftlichen Wiesen in Neumarkt geleistet.

Der Transport des Weinzehents „von den deutschen Bergen“ nach Schlaining und von Reifstangen, Bindholz und Läden zur Sägemühle von Szent Grot nach Schlaining bildete die sogenannten Spanndienste.

Kriegsgeschenisse in Kemeten

Da die Bevölkerung schwer unter den auferlegten Grundlasten zu leiden hatte, kam es mehrmals zu erheblichen Bauernklagen in der Herrschaft Schlaining. Daran änderte auch die Auflage des Theresianischen Urbars von 1767 nicht viel. Als einzelne Ortschaften in der Folge Abgaben und Robot einfach nicht mehr leisteten, kam es seitens der Grundherrschaft 1776 zu einem Urbarialprozeß – unter anderem auch gegen das Dorf Kemeten.

1805 und 1809 fielen Franzosen in den nördlichen Landesteil ein und durchzogen auch unser Gebiet. Nach ihrem Abzug war die ohnedies triste Situation der Bevölkerung durch vermehrte Steuerlasten, Teuerungen und Geldentwertung noch schwerer.

Die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen und vermissten Männer sind auf einer Marmortafel am Kriegerdenkmal eingemeißelt.

Im Zweiten Weltkrieg hatte die Gemeinde insgesamt 120 Gefallene zu beklagen. Das „schwarze Kreuz“ erinnert uns noch heute an die toten Helden.

In den Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges lebten rund 213 Roma (genaue Anzahl ist nicht bekannt) in Kemeten. Diese Roma wurden alle in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Im Jahr 1945 kehrten nur fünf nach Kemeten zurück. Laut einer Opferstatistik über rassisch Verfolgte im Burgenland aus dem Jahr 1952 kehrten 208 Roma nicht mehr nach Kemeten zurück.

Trotz des deprimierenden Bildes, das sich nach Kriegsende überall in der Gemeinde bot, setzte sich der Fortschritt in allen Lebensbereichen rasch durch. So wurden allein 170 Häuser in der Nachkriegszeit erbaut.

Wiedererrichtung der Gemeinde

1962 konnte unter anderem die neue Volksschule im Rohbau fertiggestellt werden. Eine 18 km lange Wasserhauptleitung wurde geschaffen, die Ortsstraßen großzügig ausgebaut, eine moderne Sportanlage und eine Aufbahrungshalle errichtet.

Durch Trafostationen wurde die Elektrifizierung der Haushalte und Betriebe ermöglicht, und auch die Ortsbeleuchtung wurde in diesen Jahren ausgebaut.

Die Ortsfeuerwehr wurde durch den Ankauf neuer Geräte und eines neuen Fahrzeuges unterstützt.

Wichtige Projekte der Gegenwart stellten die Ortskanalisation sowie der Ortsstraßen- und Feldwegeausbau dar, ebenso die Schaffung eines zweigruppigen Kindergartens.

Mit der Errichtung des Gemeindezentrums in den Jahren 1983/84 konnten weitere wichtige funktionale Aufgaben erfüllt werden. Zum Anlass der Eröffnung errichtetet Dir. Herbert Schügerl einen wunderschön gestalteten Brunnen vor dem Gemeindehaus.

 

Ein Geschichtskreis, als Skulptur vor dem Gemeindezentrum sowie eine Geschichtsmeile als „begehbarer“ Naturpfad rund um Kemeten, geben einen weiteren punktierten Einblick in die Kemeter Geschichte.

Infrastruktur in Kemeten

Auch auf die Ortsbildgestaltung und die Schaffung eines lebens- und liebenswerten Umfeldes legt man in den letzten Jahren besonderes Gewicht. Die vorbildlichen kommunalen Leistungen der Gemeinde würdigte das Land Burgenland 1984 mit der Verleihung des Gemeindewappens.

Die Infrastruktur ist voll ausgebaut, die Gemeinde ist an den Wasserverband Süd angeschlossen. Die Abwasserbeseitigung erfolgt über ein gemeindeeigenes Kanalsystem über die Zentralkläranlage Bocksdorf.


Im Gemeindezentrum sind die Gemeindeverwaltung, ein Bankomat, der offene Bücherschrank, der Mehrzweckraum, die Feuerwehr, eine Arztpraxis und drei Wohnungen untergebracht.

In den Jahren 2001 bis 2005 wurde im nördlichen Bereich von Kemeten ein Betriebsgebiet mit einer Größe von rund 22 ha errichtet und die nötige Infrastruktur geschaffen. Durch die Ansiedlung mehrerer Betriebe konnten viele Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Derzeit können noch Betriebsgrundstücke über die Gemeinde erworben werden.